| Tristan
hat Geburtstag!
Tristan hieß
bis vor kurzem noch Sultan und feiert am 3. Juni seinen ersten Geburtstag.
Im Alter von 9 Monaten wurde er von seinem Besitzer im Tierheim abgegeben,
weil er diesem zu ängstlich war. Bei der Abgabe im Tierheim gab der
Besitzer an, dass ihn diese Ängstlichkeit so "genervt"
habe, dass er den Hund nur noch geschlagen hat!
Er hat Tristan, als er 5 Monate alt war, ein Bein gebrochen. Die Verletzung
wurde, Gott sei Dank, tierärztlich behandelt. Tristan hat Schrauben
im linken Hinterlauf, die wahrscheinlich für immer im Knochen bleiben
werden, sofern keine Beschwerden auftreten. Eine Entfernung der Schrauben
ist derzeit nicht möglich, da die Knochenheilung nicht ganz optimal
verlaufen und auch noch nicht abgeschlossen ist. Ein Frakturspalt ist
noch nicht ganz geschlossen. Tristan hatte nur noch Angst und als er im
Tierheim abgegeben wurde, war er ein Bild des Jammers - mit der Welt fertig.
Da ich seit
Dezember 2000 täglich die Internet-Seiten der Dobermann-Hilfe besuche,
stach mir Tristans Bild und seine Geschichte sofort ins Auge. Ich war
von seiner Lebensgeschichte sehr ergriffen und fassungslos zugleich. Das
war am 3. April 2001. Nach wenigen Tagen setzte ich mich mit dem Tierheim
Heinzelwinkl in Verbindung. Frau Moser teilte mir mit, dass eine Vermittlung
außerhalb Bayerns generell möglich sei, wenn unser ortsansässiges
Tierheim die Vorkontrolle übernehmen würde. Aber es hätten
sich schon 2 Familien zum Besuch angemeldet, die sich auch für Tristan
interessieren würden. Am 12. April hat uns Frau Moser dann zuhause
angerufen und mitgeteilt, dass Tristan noch zu vermitteln sei. Gleich
nach Ostern, am 17. April, sind wir von Oberhessen nach Niederbayern gefahren
um Tristan kennenzulernen.
Er war wirklich ein Häufchen Elend! Ängstlich, vertrauenslos,
stumpfes Fell, geduckte Haltung, humpelnd... Der Spaziergang mit uns hat
ihm überhaupt keine Freude bereitet. Tristan wollte nur schnell zurück
zum Tierheim, in dem er sich schon sicher fühlte. Trotzdem oder gerade
erst recht wollten wir ihm ein neues Zuhause geben.
Es standen erst noch einige tierärztliche Untersuchungen an, aber
dann, am 28. April, konnten wir ihn endlich abholen.
Wir haben einen elfjährigen
Sohn, Jan, er bezeichnet Tristan nur noch als seinen kleinen Bruder. Aber
die beiden verstehen sich auch prächtig. Jan ist mit Tieren aufgewachsen.
Als er geboren wurde, lebten in unserer Familie Brian (Irischer Wolfshund)
und Maxi-miliane (Neufundländer). Brian ist leider schon lange tot,
aber für uns unvergessen.
Vom Charakter ist Tristan ihm sehr ähnlich: Gentle when stroked-fierce
when provoked.
Tristan hat sehr schnell
Vertrauen zu uns gefasst und sich sehr gut eingelebt. Wegen seiner Vorgeschichte
hatten wir uns auf allerhand Probleme eingestellt, bis jetzt hat es noch
keine Probleme gegeben. Es gibt immer wieder einmal Situationen in denen
er Angst hat oder unsicher ist, wenn man ihm alles zeigt, legt sich seine
Angst schnell wieder. Wir haben das Gefühl, dass Tristan einfach
nicht viel kennengelernt hat. Die einfachsten Geräusche haben ihn
manchmal erschreckt. Aber nachdem er sie kennt, hat er überhaupt
keine Angst mehr. Wenn es darum geht uns zu beschützen, ist er ein
sehr mutiger Hund.
Es hat einige Zeit
gedauert Tristan zum Spielen zu animieren, mittlerweile fordert er uns
zum Spielen auf und dann flippt er regelrecht aus. Tristan ist nicht unser
einziger Hund, wir haben noch zwei Berner-Sennenhunde. Allerdings sind
Dusty (7 Jahre) und Stella (6 Jahre) keine ebenbürtigen Spielkameraden
für ihn, sie sind einfach viel zu langsam. Mit den anderen Kleintieren
auf unserem Hof hat Tristan auch keine Probleme. Die anderen Kleintiere
sind Katzen, Kaninchen, Hühner, Tauben und 2 alte Gänse (15
Jahre ).
Welche Umstände
auch immer dazu führten, dass das Zusammenleben von Tristan und seinem
Vorbesitzer nicht funktioniert hat, so war es eine sinnvolle Entscheidung
Tristan im Tierheim abzugeben. Somit bekam Tristan die Chance auf eine
besser funktionierende Partnerschaft.
Mit Tristan haben wir einen wundervollen Hausgenossen dazu gewonnen, bei
dem wir noch keine Sekunde bereut haben, ihn aufgenommen zu haben. Wir
möchten uns hiermit herzlich bei allen bedanken, die das ermöglicht
haben.
Danke an:
- die Dobermann-Hilfe, ohne deren Internet-Seiten wir unseren Traumhund
nie gefunden hätten.
- das Tierheim Landshut/Heinzelwinkl, insbesondere Frau Brigitta Moser
und Frau Yvonne Balatka (Sultans Lieblingspflegerin), die es geschafft
haben, Tristan während seines Tierheimaufenthaltes seinen Lebensmut
zurück zu geben.
- das Tierheim Alsfeld, Herrn Erhard Keil, der uns beratend zur Seite
stand und alle Formalitäten schnell und unbürokratisch erledigte.
Vielleicht können
wir weiteren Menschen Mut machen sich solcher Problemfälle anzunehmen.
Tristan ist der dankbarste Hund, den wir je hatten. Alle Zuwendungen und
Streicheleinheiten saugt er auf wie ein trockener Schwamm und gibt sie
an uns zurück.
Manuela, Joachim und
Jan Kratz
E-Mail: Manuela@Joachim-Kratz.de
Hier noch einige Fotos, führen Sie die Maus über das Bild und
es wird der Text angezeigt.
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