Sanja aus Ludwigsburg

Diese Geschichte erhielten wir am 06. September 2002

Aus dem Leben einer Doberdiva – oder: Sanja, ein ganz normaler Hund?

Es ist heutzutage schwierig, gutes Personal zu finden, aber ich hatte großes Glück:
meine beiden Angestellten (in gewöhnlichen Kreisen Herrchen und Frauchen genannt) suchte ich mir vor über 4 Jahren in meiner damaligen Sommerresidenz, dem TH Ludwigsburg aus und habe sie bis heute fest im Griff ;-)
Sie geben sich die größte Mühe, mich bei Laune zu halten, sorgen ausgezeichnet für mein leibliches Wohl, koordinieren meine vielfältigen Freizeitaktivitäten und versuchen stets, mein Leben so angenehm wie möglich zu gestalten.
Frühmorgens gehe ich als erstes zum Joggen, anschließend wird mir ein leichtes Frühstück serviert. Danach ziehe ich mich in meine Gemächer zurück, um zu ruhen. Zur Mittagszeit erledige ich meine diversen Geschäfte und Besorgungen während eines kurzen Ausgangs in die nähere Umgebung meines Wohndomizils.
Anschließend widme ich mich wieder meinem Schönheitsschlaf. Als Dame von Welt lege ich großen Wert auf ein gepflegtes Äußeres, mit meinem kleinen Schwarzen bin ich zu jedem Anlaß perfekt gekleidet. Dazu wähle ich das passende Parfüm, ich bevorzuge Eau de Güllé, ein intensiver und langanhaltender Duft, der mich sanft umschmeichelt. Nicht daß ich etwa eingebildet wäre, aber da ich täglich gesagt bekomme, daß ich die Schönste und Allerliebste auf der ganzen Welt bin, glaube ich das inzwischen selbst.
Am späten Nachmittag lasse ich mich von der Angestellten zu meinen weitläufigen Ländereien chauffieren. Dort treffe ich mich häufig mit Freunden (nur Wenigen gewähre ich Zutritt in diesen erlauchten Kreis) und sehe nach dem Rechten. Ich engagiere mich außerdem aktiv im Umweltschutz; dazu zählt zweifellos mein beherztes Eingreifen bei der Populationsregulation von Wühlmäusen. Zu den von mir gepflegten Hobbies gehören auch spontane Jagdausflüge, die sich in meinem fortschreitenden Alter allerdings auf ein Minimum reduziert haben.
Bei schönem Wetter trifft man mich am Ufer des Neckars beim ausgiebigen Baden und Kneippen im flachen Wasser.
Neben den vielseitigen Aufgaben, die ich in der Landschaftspflege wahrnehme, bin ich ehrenamtlich für die Flugsicherung tätig. So dürfen sich ohne meine ausdrückliche Genehmigung keine Segelflieger, Heißluftballone und sonstigen Flugobjekte in meinem Territorium fortbewegen. Desgleichen gilt für Inliner ( die Ausnahmegenehmigung gilt hier nur für meinen Angestellten), Tretroller und motorisierte Zweiräder. Ich achte peinlichst genau auf die Einhaltung der von mir erlassenen Gesetze, so ist beispielsweise das Befahren von Feldwegen mit von mir nicht autorisierten PKWs ebenso verboten wie das Querfeldeinlaufen mir unbekannter Spaziergänger, insbesondere, wenn es sich dabei um männliche Einzelpersonen handelt.
Nach all den kräftezehrenden Aktivitäten im Freien wird mir zuhause das Dinner zubereitet und, obwohl ich sehr auf meine Figur achte, darf dabei nie ein deftiges Schweineohr zum Dessert fehlen.


Zur Sommerfrische reise ich alljährlich nach Frankreich ans Meer, das absolute Paradies für mich! Meinem Naturell entsprechend strecke ich auch am Strand nicht einfach alle Viere von mir, sondern übernehme selbst dort ehrenamtliche Tätigkeiten, so halte ich z.B. Möwen und Lenkdrachen davon ab, sich uns bis auf wenige Kilometer zu nähern.
Obwohl ich nur über geringe Fremdsprachenkenntnisse verfüge, gelingt es mir den französischen Katzen unmißverständlich mitzuteilen, daß es ihnen strengstens untersagt ist, sich meinem Urlaubsdomizil auch nur ansatzweise zu nähern. Als überzeugte Single-Frau stehe ich kurzen Urlaubsflirts eher skeptisch gegenüber und bringe dies potentiellen Verehrern deutlich zum Ausdruck, wenn nötig mit meinem schönsten Lächeln.
Meine Kommunikationsfähigkeit kommt mir dabei sehr zugute, denn auch in heimatlichen Gefilden beginne ich ohne Standesdünkel stets das Gespräch mit fremden Vierbeinern.
Für die unkündbare Stellung auf Lebenszeit entlohne ich meine beiden Beschäftigten fürstlich mit überschwenglichen Schmuseeinheiten und unnachahmlichen Augenaufschlägen. Außerdem kann ich sie mit meinem komödiantischen Talent oft zum Lachen bringen und abendfüllend unterhalten. Großzügigerweise lasse ich ihnen auch ein Plätzchen auf meinen zwei Sofas übrig, vorausgesetzt sie machen sich ganz klein, denn ausgestreckt beanspruche ich mindestens einen Dreisitzer für mich alleine.

Dies war ein klitzekleiner Einblick in mein Leben als Hundediva, abschließend möchte ich noch sagen: ich bin am allerliebsten einfach nur Hund und bei Herrchen und Frauchen darf ich das auch sein!

Eine Bitte an alle, die mit einem meiner unzähligen Verwandten zusammenleben:
Jede(r ) von uns ist etwas ganz Besonderes und so möchten wir bitteschön auch behandelt werden!

Eure Sanja


Hier seht Ihr mich mit meinem Frauchen on Tour in meinem "römischen Kampfwagen".
Darin kann ich nach meiner Kreuzbandoperation auch längere Strecken zurücklegen.
Es macht riesig Spaß, Leute im Vorbeifahren zu erschrecken, die ein kleines Kind im Anhänger vermuten.

Hallo, hier zeige ich Euch mal meine Hobbys und Erlebnisse im Laufe eines Jahres

Na warte, dich krieg ich klein

Ich hänge gern ab......

.....und schlafe gern lange !


Mein Lieblingsplätzchen am Neckar

Auch ich kann übers Wasser gehen.....

Maus komm raus - es ist aus !

Ballmädchen

Schnell weg, sonst werden wir naß !

Ich träume gern......

steife Brise und fliegende Ohren

Nur Laufen ist schöner !

brrrr.......diese Novemberkälte ist nicht für mich

huiii ! Soviel Schnee, daß macht Spaß !

Das Leben ist schööön !

26.12.2002