Nando aus Bochum

Hallöchen,

ich höre auf den Namen Nando - na ja, vielleicht nicht immer - auf jeden Fall möchte ich Euch ein wenig Einblick in mein neues Leben nach dem Tierheim geben.

Am 3.4.2001 war der Tag, an dem mein Leben komplett umgekrempelt wurde: Bingotag sozusagen!!!
Am besagten Tag wurde ich von Alena und Ralf aus dem Bochumer Tierheim abgeholt.

 

Mein neues Rudel und meine Wenigkeit wohnen jetzt in Köln Porz Langel (für die Geografiebanausen unter Euch: es liegt rechtsrheinisch, im Süden von Köln). Hier ist es super dufte, wenn wir aus dem Haus gehen stehen wir schon fast im Feld. Die Felder und Wiesen sind hier riesig und ein großer Fluss zum Planschen ist auch nur ein Knochenwurf entfernt.

Mein Tagesablauf gestaltet sich in der Regel wie folgt:

Um 6:00 Uhr werde ich von Ralf aus dem Schlaf gerissen und durch die Felder gehetzt. Danach gibt es lecker Frühstück. Während Ralf mit kurzer Leine um den Hals (ich glaube, die Menschen nennen es Krawatte) unser Rudel verlässt, lege ich mich lieber noch mal auf meine Schlappohren und ratze weiter bis meine Rudelführerin Alena aufsteht.

Jetzt ist für die nächsten zwei Stunden Frischluft angesagt: Gemeinsam machen wir zu Fuß oder per Rad (ok, ok ich natürlich nicht per Rad) die Umgebung unsicher. Unterwegs treffe ich viele Kumpels und viele hübsche chicas aus der Nachbarschaft. Gemeinsam toben wir dann rum. Ich weiß nicht warum, aber ich habe das Gefühl, dass die chicas alle hinter mir her sind.

Wenn wir zurück sind, gibt`s endlich wieder was zwischen die Rippen. An einigen Tagen kocht Alena für mich leckeren Fisch mit Gemüse und Reis. Das sind dann ganz besondere Glückstage.

Bei schönem Wetter schmeißen wir uns auf dem Balkon in die Sonne und halten Siesta. Da der Balkon komplett um die Wohnung meines Rudels und die des Nachbarrudels geht, habe ich volle Checkung, was in unserer Straße abgeht. Außerdem kann ich mir dadurch die Schutzgebühr bei Anne und Levent, dem Nachbarrudel, eintreiben. Ich finde sie kommen mit einer Scheibe Putenbrust echt günstig davon.

Nach einigen Stunden kommt Ralf zurück und spielt mit mir Fußball. Fußball spielen finde ich super und verdammt, wenn ich ein Mensch wäre, hätte Rudi Völler echte Freude an mir.

Vor dem Abendessen ziehen wir zu Dritt noch mal los. Meine zweite Leidenschaft ist Stöckchen holen. Dies treibt Alena und Ralf manchmal zum Wahnsinn, da ich die meisten Stöckchen mit nach Hause nehmen möchte (die anderen zerbeiße ich: schließlich habe ich ja keine elektrische Zahnbürste).
Nach dem Abendessen tobe ich mit Ralf und Alena auf dem Teppich und gucke TV.
Vor dem Schlafen gehe ich noch an meinem Lieblingsbaum und dann husch husch ins Bettchen (ich habe ein tolles Sofa und dies ist only for NANDO).
Es gibt allerdings auch 2 Tage, an denen ich den Weckdienst durchführen muss! Ich habe einen tollen Service für Alena und Ralf: Wecken und Waschen in einem.

Samstags geht es in die Hundeschule. Für mich ist sonnenklar, dass die einzigen Vorteile der Hundeschule die Pausen mit meinen Leidesgenossen und die leckere Putenfleischwurst sind. Letztere bekomme ich zur Belohnung, wenn ich artig bin (und eins ist doch klar, solange der Vorrat reicht, gibt´s keine Klagen).

Sorry Leute, ich könnte Euch zwar noch einige Stories erzählen, aber erstens bekomme ich langsam einen Krampf in meiner Tatze und zweitens glaube ich , wird mein Essen gerade serviert.

Aber eins noch zum Schluss: ein dicken Hundekuss an Ingrid und Rolf von der Dobermannhilfe für die tolle Rudelvermittlung.

Euer
NANDO, König von Köln Porz-Langel