Barry aus Warburg

Diese Fotos erhielten wir am 01.10.2002


Barry sooooo müde

Hier alber ich mit meinem Kumpel Jens rum
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Hallo, mein Name ist Baron, gerufen wurde ich allerdings Barry und ich möchte hier die Geschichte meines Lebens niederschreiben, um allen, die ähnliche Schicksale erfahren haben oder vielleicht auch erst in Zukunft erleben werden, eine Perspektive geben zu können.
Nun, mein Leben war schon sehr turbulent und leider auch nicht immer von positiven Aspekten gekrönt, aber die letzten Jahre meines Lebens waren doch alles Wert, was ich früher auch an Schlechtem erlebt habe.
Aber am besten ich fange einfach mal am Anfang meines doch ziemlich langen Lebens als Dobermann an.

Am 12.03.1994 erblickte ich als Welpe das Licht dieser Welt. Von Anfang an erkannte man, dass ich wohl ein viel versprechender Dobi Rüde werden würde, der seinen Besitzer Ehre und Ruhm bringen wird.
Schon früh fing man an mit mir zu arbeiten, brachte mir alles bei, was einen guten Dobermann ausmacht und am Ende war dann ein prachtvoller Rüde entstanden, der wunderschön war und die besten sozialen Anlagen mit sich brachte.
So weit so gut möchte man meinen.
Allerdings wurde ich schon ziemlich früh an mein zweites Frauchen/ Herrchen verkauft, die/ der mich dann mit Erfolg ausstellte, viele Titel und Preise bekam und mit mir dann 1996 den Titel eines Weltsiegers erlangte.
Aber wie die Menschen halt so sind. Ich wurde dann ein weiteres Mal verkauft. Um dann letztendlich wieder ausgestellt zu werden und möglichst weitere Titel zu erlangen. Immer zum Ruhme meiner ach so liebevollen Frauchen/ Herrchen, die mich so sehr geliebt haben, dass sie mich nach spätestens einem Jahr wieder verkauft haben.
So geschehen insgesamt 6 Mal. Während all dieser wechselvollen Jahre haben mich meine Frauchen/ Herrchen natürlich auch als Deckrüde eingesetzt - kein Wunder, ich war ja auch eine viel versprechende Partie. Nach dem 6. Herrchen bin ich dann im Tierheim gelandet. Mittlerweile war ich ja schon 8 Jahre alt und meine Knochen wollten auch nicht mehr so richtig. Was lag da näher, als mich einfach abzuschieben. Ich war halt nicht mehr lukrativ.
Aber ich habe Glück gehabt. Mein Dasein im Tierheim war nur von kurzer Dauer. Eine junge Frau kam und gab mir ein neues liebevolles Zuhause.
Doch dieses Glück war nur von kurzer Dauer. Durch widrige Unstände konnte mein Frauchen mich nicht mehr behalten und ich landete ein weiteres Mal im Tierheim.
Das war selbst für den stärksten Dobi zuviel. Ich wurde lethargisch, verlor an Gewicht und hatte langsam die Hoffnung aufgegeben, dass mein Leben noch irgendeinen echten Sinn hatte.
Doch ich hatte wieder Glück. Die Tierheimleiterin und die Pfleger in dem wirklich schönem Tierheim (aber Tierheim ist halt Tierheim) waren sehr nett zu mir, kümmerten sich sehr um mich und wollten unbedingt, dass der Rest meines Lebens nun endlich die Harmonie erhält, die eigentlich jedem Hund zustehen sollte.

Ich kam als Notfall der Woche auf die Internetseite der Dobermann-Hilfe.
Und siehe da.
Das neue Glück kam aus Essen.

"Danke an die herzliche und aufopfernde Familie Zahn und Ihr Dobermann - Hilfe Team, dass es Euch gibt und ich mit Eurer Hilfe so schnell vermittelt werden konnte."

Nicole und Jens entdeckten diesen Hilferuf und besuchten mich in dem Tierheim in Bad Driburg.
Und ich schaffte es auch sofort, die Herzen der beiden im Sturm zu erobern und noch am selben Tag saß ich mit ihnen im Auto auf dem Weg nach Essen in mein neues Zuhause. Ja eigentlich zwei Zuhause. Jeder der beiden hat eine eigene Wohnung.
Doch mein Leben wäre nicht mein Leben gewesen, wenn es nicht auch hier erst wieder mal zu Komplikationen gekommen wäre.
Jeder der beiden besitzt Katzen, und eigentlich kannte ich Katzen bis dahin wohl nicht und hatte sie zum "Fressen gern". Aber es gab eigentlich nur eine Alternative. Mich mit den Katzen zu arrangieren oder weiter ein unstetes Leben in Ungewissheit zu fristen.
Nun, anfangs habe ich die Katzen immer nur gejagt und sie waren schon ziemlich verzweifelt und wussten kaum noch ein und aus.
Nicole hat dann das Tierheim um Hilfe gebeten. Und die wussten dann tatsächlich Rat.
Es gab da eine Hundetrainerin namens Jutta Berg in Höxter (an dieser Stelle nenne ich gerne die vollständige Adresse: Boffzener Str. 8 und die Telefonnummer: 05271 - 32243, damit Sie auch anderen Hunden und Ihren Menschen helfen kann), zu der sind wir Drei dann gefahren. Und sie konnte helfen. Innerhalb eines Tages war das Katzenproblem aus der Welt und von da ab habe ich sogar mit den Katzen auf einem Bett friedlich zusammengelegen.
Kaum zu glauben, aber wahr.
Aber die Probleme sind, wie man sich denken kann, noch nicht vorbei gewesen.
Ich hatte ja schon erwähnt, dass meine Knochen nicht mehr so richtig wollten.
Das bemerkten natürlich auch Nicole und Jens und wandten sich erneut an das Tierheim.
Und auch hier war man wieder bereit, den beiden zu helfen. Die sehr nette Tierheimleiterin Frau Kaufmann sicherte finanzielle Unterstützung zu, um anfallende Untersuchungskosten in der Tierklinik zu tragen. Und die sollten nicht gerade gering ausfallen. Danke Frau Kaufmann, dass Sie in einen alten Hund wie mich noch so viel Geld investiert haben und für Ihre endlos liebe Fürsorge auch an das restliche Tierheimteam.
In der Klinik untersuchte man mich eingehend, stellte zu allem Übel auch noch fest, dass ich 2 kleine Tumore im Auge hatte. Um meine Knochenprobleme genauer untersuchen zu können, war es notwendig, mich in Narkose zu versetzen.
Dabei entfernte man dann auch gleich die beiden Tumore.
Beim Röntgen entdeckte man, dass ich ein so genanntes Wobblersyndrom hatte, übrigens eine sehr schmerzhafte Erkrankung der Nackenwirbel, und dadurch bedingt eine Spondiliose.
Das vernichtende Urteil der Ärzte. Ich würde wahrscheinlich nur noch eingeschränkt laufen können, man sollte mich unbedingt schonen, rennen und springen sollten absolut tabu sein und mit einem hohen Alter könnte man unter diesen Umständen kaum rechnen.

Aber es kam alles ganz anders.

Die beiden hielten sich nicht an die Anweisung der Ärzte. Ich durfte immer ohne Leine laufen, wenn ich wollte auch rennen. Und das machte mir alles einen Riesenspaß. Die Spaziergänge waren der Traum eines jeden Hundes.
Immer nur Felder, Wald und Wiesen. Wirklich toll.
Und meine Lieblingsbeschäftigung war Mäuseln. Sobald ich nur ein Mauseloch erspähte war ich nicht mehr zu halten und buddelte was das Zeug hielt. Wenn das die Ärzte gesehen hätten…

Aber dadurch hatte ich immer eine kräftige Muskulatur, die meinen geschundenen Knochen wiederum sehr zuträglich war.
Nicht zu vergessen mein Zuhause bei Nicole. Dort durfte ich, wenn das Wetter es nur irgendwie zuließ den ganzen Tag auf dem Hof vor dem Haus liegen und riesige Knochen kauen. Und das im grünen Hespertal in Essen.
Mehrmals pro Woche sind Nicole und ich zum Jens gefahren, wo es auch richtig tolle Runden zum Laufen gab. Sei es im schönen Schellenberger Wald oder an der Ruhr.
Und natürlich nicht zu vergessen. Jens großer Garten hinterm Haus.
Und man mag es kaum glauben. Dieses Leben durfte ich allen Unkenrufen zum Trotz mehr als 3 lange Jahre führen. Ich musste zwar währenddessen regelmäßig Metacam, ein sehr gut verträgliches Schmerzmittel zu mir nehmen, aber meine Lebensqualität war dadurch überhaupt nicht beeinträchtigt.

Ich glaube sagen zu können, dass diese Jahre mit Abstand die schönsten meines Lebens waren, die ich bei zwei Menschen verbringen durfte, die mich aus tiefsten Herzen geliebt haben.
Der Abschluss meines Lebens war zwar nicht ganz so angenehm, der Krebs kam dann doch noch mal wieder, aber man ließ mich mit Würde aus einem turbulenten, doch zu guter letzt schönem langem Leben scheiden.


Mit meiner Geschichte möchte ich allen Frauchen und Herrchen eines knochenkranken Hundes sagen: Lasst uns mal machen. Wir wissen am Besten, wann wir nicht mehr können. O.K., nicht jeder Hund kann in den Genuss kommen frei auf dem Hof oder im Garten zu liegen. Aber geht doch einfach abgelegene Wege, möglichst auf weichem Untergrund wie Waldböden, Felder oder Sand und lasst uns so weit es irgendwie möglich ist, frei laufen. Ihr werdet sehen, Eure Hunde werden es Euch mit einem glücklichen und lachenden Gesicht in einem viel längeren Leben als vielleicht erwartet, danken.

Danke für Eure Aufmerksamkeit, Euer bis zum Schluss lebensfroher Barry.

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